Kleiner Igelratgeber:
Welche Maßnahmen sind erforderlich?
Bei Unterkühlung aufwärmen. Vorsetzen von Wasser und Futter. Dokumentation (Größe, Gewicht, Fundort. Datum Gesundheitszustand) Absuchen nach Verletzungen. Entfernen von Zecken, Flöhen, Fliegeneiern und Maden.
Womit füttern?
Hauptsächlich Fleisch, Hunde- oder Katzenfutter aus Dosen, Geflügelklein (gekocht, aber mit Knochen anbieten), Schabefleisch, Rührei ohne Fett, gekochtes Ei, es gibt auch spezielles Igelfutter im Handel
Was trinken Igel?
Nur Wasser - nie Milch, da diese zu tödlichen Durchfällen führt
Welche Zusätze sind nötig?
Dem Futter täglich eine Messerspitze Mineralstoffkalk und einen Tropfen Multivitamin zufügen
Welche Krankheiten sind möglich?
Durchfall: Geriebene Kohletablette unter das Futter mischen. Wenn keine Besserung, Tierarzt vorstellen - Gefahr auf Salmonellen
Husten: Kotprobe beim Tierarzt untersuchen lassen - Verdacht auf Lungenwürmer
Futterverweigerung: Zwangsfütterung, Tierarzt vorstellen, eventuell Aufbauspritze
Fieber oder Röcheln: Tierarzt - Verdacht auf Lungenentzündung (Antibiotika spritzen)
Verletzungen: Tierarzt - Desinfektion - Wundbehandlung
Nach jedem Kontakt müssen die Hände gründlich gewaschen werden. Besondere Sorgfalt ist geboten, wenn Kinder Kontakt zu den Tieren haben.
Eine Krankheit allerdings ist bei Igeln so gut wie nicht zu befürchten, nämlich Tollwut. Manchmal kann man beobachten, dass interessante Gegenstände (z. B. Leder, Textilien) vom Igel ausgiebig beleckt und wenn möglich, auch angekaut werden. Dabei entsteht weißschaumiger Speichel, den sich der Igel meist unter Verrenkungen mit der Zunge auf den Rücken schmiert. Dieser Vorgang - man nennt ihn "Selbstbespeichelung" - ist natürlich und hat nichts mit Tollwut zu tun!
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Ziel jeder medizinischen Behandlung muss sein, den Igel zum selbständigen Leben in Freiheit zu befähigen.
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Was ist Zwangsfütterung?
Einflößen von verdünnter Nahrung mittels Spritze (ohne Nadel) oder Pipette bei kranken und geschwächten Tieren. Genaue Ratschläge bitte einholen.
Wo und wie Igel unterbringen?
In einem warmen Raum mit Fenster (Tageslicht wegen UV- Anteil wichtig) Kleines Schlafhaus (Schuhkarton) mit Schlupfloch versehen, mit viel geknüllter Zeitung füllen, Igel hineinsetzen, Deckel schließen. Dieses Schlafhaus in großen Karton (mit Folie und Zeitung auslegen) stellen
Wieviel Auslauf braucht ein Igel?
Man rechnet pro Igel reichlich 1 qm. Bei zu wenig Auslauf Lähmungserscheinungen möglich.
Bei Fund eines hilfsbedürftigen Igels ist oft Eile geboten!
Fünf Punkte sollten Sie beachten:
- Wärme ( Wärmflasche mit handwarmem Wasser - kein Heizkissen)
- Wasser ( auf keinen Fall Milch ! )
- Futter ( Hunde - oder Katzenfutter aus Dosen )
- Rat einholen (Igelschutzvereine, erfahrene Igelpfleger, igelerfahrene Tierärzte )
- Mit verletzten Tieren sofort zum Tier
Zögern Sie den Gang zum Tierarzt nicht hinaus!
Weder Wärme noch Futter können eine der angeführten Krankheiten heilen!
Lassen Sie den Igelkot untersuchen!
Beachten Sie im Umgang mit dem Igel die Grundregeln der Hygiene!
Wenn Sie sich in irgendeinem Punkt unsicher sind oder sich nicht zutrauen, den Igel artgerecht zu versorgen - und das den ganzen Winter über, zögern Sie nicht, unsere Igelstation anzusprechen. Hier wird Ihnen fachgerecht geholfen oder der Igel zur Pflege übernommen!
Gesetzliche Grundlagen:
Einrichtung einer Igelstation
Zum 01.09.1991 richtete der Tierschutzverein für den Hochsauerlandkreis e.V. eine
Igelstation in Arnsberg ein.
Herr und Frau Wiesenberg stellten für die Einrichtung der Igelstation einen Kellerraum
und ein ca. 20 qm großes Gartenstück zur Verfügung.
Der Aus- und Umbau, sowie die Einrichtung des Kellerraumes zu einer artgerechten
Igelunterbringung und der Aufbau eines Igelauslaufes mit Uberwinterungsmöglichkeiten
wurden vom Tierschutzverein finanziert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf
ca. 15 000.- DM.
Seit Einrichtung der Igelstation wurden von der Familie Wiesenberg 200 kranke oder
verletzte Igel, sowie Igelbabies und Jungtiere, deren Mütter überfahren wurden, und
die aufgrund ihres Gewichtes den Winter im Freien nicht überlebt hätten, großgezogen und
gesund gepflegt, bevor sie im Monat Mai wieder ausgewildert werden konnten.
Aufgrund der mittlerweile gesammelten Igelerfahrungen und des eingehenden Studiums
von Igelliteratur, kann Familie Wiesenberg heute vielen Tierfreunden beratend bei der Pflege
kranker oder verletzter Igel, sowie der Aufzucht mutterloser Igelbabies und
Jungtieren zur Seite stehen.
Kinder helfen Igel und organisieren Spende
Die 9 jährigen Schülerinnen Alisha Bockholt und Marina Helbecker aus Schmallenberg - Wormbach fanden Ende letzten Jahres einen verletzten Igel, den sie zur Igelstation des Tierschutzvereines nach Meschede brachten.
Das ,,kleine Kerlchen" konnte dort ärztlich versorgt und wieder aufgepäppelt werden. Die beiden Mädchen überlegten in der Folgezeit mit ihren Eltern gemeinsam, wie man den Tieren helfen kann.
Sie kamen auf die famose Idee, Plätzchen in Form von Igeln und Marzipankartoffeln herzustellen, die sie verkauften.
Den Verkaufserlös in Höhe von 95,- DM reicherten sie mit jeweils 10,- DM von ihrem Taschengeld an, so daß letztendlich eine Summe in Höhe von 115,- DM zusammen kam, die sie als Spende der Leiterin der Igelstation, Frau Jutta Kröhnke, überreichten.
Der Tierschutzverein für den Hochsauerlandkreis e. V. möchte sich bei Alisha Bockholt und Marina Helbecker sowie deren Eltern noch einmal recht herzlich für diese Spende bedanken.
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